Rezension: "Der verschwundene Buchladen" von Evie Woods

 

Zum Inhalt (Verlagsbeschreibung):

„Die Sache mit Büchern ist die“, sagte sie. „Sie helfen einem, sich ein größeres und besseres Leben vorzustellen, als man es sich je erträumen könnte.“

Zu lange waren Opaline, Martha und Henry nur Nebenfiguren in ihrem eigenen Leben.

Doch als diese drei ahnungslosen Fremden einen mysteriösen, verschwundenen Buchladen entdecken, wird alles anders. Dieser magische Ort zieht sie in ihren Bann und lässt sie erkennen, dass ihre eigenen Geschichten genauso außergewöhnlich sind wie die auf den Seiten ihrer geliebten Bücher. Während sie Geheimnisse lüften, tauchen sie in eine Welt voller Wunder ein, in der nichts so ist, wie es scheint. (©Adrian & Wimmelbuchverlag) 

Meine Meinung:

"Der verschwundene Buchladen" ist für mich ein Roman mit einer wunderschönen Grundidee, in dessen Zentrum ein Buchladen in Dublin steht, der auf wundersame Weise auftaucht und wieder verschwindet. Als Leser begleitet man zum einen Opaline ab 1921 und zum anderen Martha und Henry in der Gegenwart. Opalines Weg, auf der Flucht vor gesellschaftlichen Zwängen, trifft dabei auf Henrys Spurensuche nach einem verschollenen Manuskript, während Martha einen radikalen Neuanfang fernab ihres gewalttätigen Ehemanns wagt. Alle drei Schicksale sind enger miteinander verknüpft, als es zunächst scheint.

Ich mochte vor allem den Erzählstrang rund um Opaline und konnte mit ihr wirklich mitfühlen. Ihr Wunsch nach Selbstbestimmung und ihr harter Weg dahin war stellenweise sehr ergreifend. Die Gegenwartshandlung blieb für mich dagegen deutlich blasser und ich bin auch nicht so ganz mit Henry und Martha warm geworden. Mir fehlte da die emotionale Intensität und vieles wirkte mir zu sehr konstruiert.

Der Schreibstil ist insgesamt angenehm flüssig und leicht zugänglich, manchmal fast ein bisschen poetisch, was gut zur Geschichte passt. Die Mischung aus historischem Roman und Gegenwartsliteratur mit einem Hauch von magischem Realismus fand ich total interessant, dennoch war die Geschichte für mich nicht durchgehend fesselnd und am Ende blieben noch einige Fragen offen. Das ist sicher so gewollt und Teil des magischen, märchenhaften Konzepts des Buchs, doch für mich blieb ein kleiner Eindruck von Unvollständigkeit zurück.

★★★
 

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